Notfallmanagement

Akut handeln mit System: BLS, ABCDE, Reanimation

Dieses Modul führt durch den kompletten pflegerischen Notfallablauf: vom Erstkontakt über Airway-Breathing-Circulation bis zur strukturierten Reanimation inklusive Teamdebriefing.

PflegeNetz Reanimationsschema mit 10 Schritten
ABCDE in jedem Notfall

A = Airway | B = Breathing | C = Circulation

Die Reihenfolge bleibt konstant, auch wenn Symptome variieren.

ABCDE Übersicht

A - Airway

  • Atemweg frei? Inspektion, Absaugung, Lagerung
  • Gefährdung durch Sekret, Schwellung oder Fremdkörper
  • Bei Bedarf Atemwegshilfe vorbereiten

B - Breathing

  • AF, Atemtiefe, SpO₂, Atemarbeit bewerten
  • Nebengeräusche und Thoraxbewegung kontrollieren
  • O₂-Therapie zielgerichtet und verlaufsorientiert

C - Circulation

  • Puls, RR, Rekap, Hautkolorit und Temperatur
  • Aktive Blutung sofort stillen
  • Schockzeichen erkennen und sofort eskalieren
BLS und Advanced

Vom Basisalgorithmus zur erweiterten Versorgung

Basic Life Support (BLS)

  • Sicherheit, Bewusstsein, Hilfe, Atmung maximal 10 Sekunden
  • 30:2-Reanimation unmittelbar starten
  • AED so früh wie möglich integrieren
  • Unterbrechungen und Teamwechsel aktiv steuern

Advanced Maßnahmen

  • Atemwegssicherung (Hilfsmittel, Absaugung, Teamvorbereitung)
  • Kreislaufzugang, Monitoring, rhythmische Re-Evaluation
  • Reversible Ursachen (4H/4T) systematisch prüfen
  • Nach ROSC: Oxygenierung, Kreislauf, Temperatur, Dokumentation
PflegeNetz Algorithmus

PflegeNetz Reanimationsschema (10 Schritte)

1

Eigenschutz und Szenensicherheit herstellen.

2

Bewusstsein prüfen (ansprechen, ggf. Schmerzreiz).

3

Hilfe rufen und Teamrollen festlegen.

4

Atemweg öffnen, Atmung maximal 10 Sekunden prüfen.

5

Keine normale Atmung: sofort 30:2 starten.

6

AED anlegen, analysieren, Schock nur bei Indikation.

7

Herzdruckmassage fortführen, Wechsel alle 2 Minuten.

8

Parallel A/B/C und reversible Ursachen systematisch prüfen.

9

Nach ROSC Atmung, Kreislauf, Temperatur und Vigilanz stabilisieren.

10

Ereignis dokumentieren, Debriefing und Teamentlastung durchführen.

Notfallsituationen

Handlungslogik für häufige kritische Lagen

Herzstillstand

Keine normale Atmung + reaktionslos: sofort BLS/AED nach Schema.

Atemnot

Atemweg sichern, Atemarbeit reduzieren, O₂-Therapie und Eskalation.

Schock

C priorisieren: Kreislaufinstabilität erkennen, Blutung/Volumenproblem adressieren.

Blutung

Direkte Blutstillung, Druckaufbau, Schockzeichen monitoren.

Bewusstlosigkeit

A-B-C plus D: Atemweg sichern, Atmung/Kreislauf stabilisieren, BZ messen.

Interaktives Training

Serienaufgaben: einfach → mittel → schwer